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Zieht mein Puch Mofa-Motor Falschluft? So erkennst du Falschluft und behebst das Problem

Wenn sich dein Puch plötzlich nicht mehr sauber abstimmen lässt, schlecht im Standgas läuft oder nur mit einer viel größeren Düse als erwartet halbwegs fährt, liegt das Problem nicht immer an der Bedüsung. Es kann Falschluft sein: unerwünschte Luft, die nach dem Vergaser in den Motor gelangt.

Falschluft ist bei Puch Maxi, Puch MV und anderen klassischen Puch Zweitaktmotoren ein häufiges Thema, besonders nach dem Einbau von neuem Zylinder, Vergaser, Ansaugstutzen, Wellendichtringen oder Gehäusedichtungen. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie Falschluft entsteht, wo du zuerst suchen solltest und wie du sie beim Aufbau deines Puch-Motors verhinderst.

Kurze Antwort: Dein Puch-Motor zieht wahrscheinlich Falschluft, wenn er sich nicht normal abstimmen lässt, scheinbar eine ungewöhnlich große Hauptdüse braucht, schlecht im Standgas läuft, nach dem Gasgeben in der Drehzahl hängen bleibt oder beim vorsichtigen Sprühtest rund um den Ansaugbereich reagiert. Prüfe Ansaugstutzendichtung, Vergaserbefestigung, Vergaserdeckeldichtung, Fußdichtung, Zylinderkopf-Abdichtung, Kurbelwellen-Wellendichtringe und Gehäusehälften, bevor du weiter an der Bedüsung suchst.

Was bedeutet Falschluft bei einem Puch-Motor?

Ein Zweitaktmotor soll seine Luft über den Vergaser bekommen. Der Vergaser mischt Kraftstoff in diese Luft und erzeugt so das Gemisch, das der Motor braucht. Falschluft ist zusätzliche Luft, die nach diesem Messpunkt eintritt. Diese Luft wurde also nicht über den Vergaser mit Kraftstoff versorgt und macht das Gemisch zu mager.

Genau deshalb kann Falschluft dich beim Abstimmen täuschen. Der Motor fühlt sich mager an, also greift man schnell zur größeren Düse. Wenn die Ursache aber ein Luftleck ist, löst eine größere Düse das Problem nicht sauber. Der Motor läuft weiter schlecht im Standgas, reagiert komisch auf Einstellungen oder bleibt unruhig.

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Typische Anzeichen, dass dein Puch Falschluft zieht

Ein klares Warnsignal ist eine Bedüsung, die nicht mehr logisch wirkt. Beispiel: Du fährst einen Airsal Zylinder mit 15 mm Bing Vergaser, aber der Motor scheint plötzlich eine extrem große Düse zu brauchen. Dann solltest du an Falschluft denken. Ein anderer Auspuff kann die Düsengröße etwas verändern, aber normalerweise nicht komplett aus dem üblichen Bereich werfen.

Weitere Anzeichen sind schlechtes Standgas, schlechte Gasannahme, hängende Drehzahl, ein Motor, der zwar startet, aber nicht ruhig laufen will, oder ein Setup, das trotz mehrerer sinnvoller Düsen schlecht bleibt. Dann nicht weiter blind am Vergaser suchen, sondern zuerst auf Undichtigkeiten prüfen.

Wichtig: Wenn der Motor plötzlich eine Düse braucht, die weit außerhalb des normalen Bereichs liegt, stimme nicht einfach um das Problem herum ab. Prüfe zuerst auf Undichtigkeiten.
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Wo ein Puch-Motor meistens Falschluft zieht

Beginne mit den einfachen äußeren Stellen und gehe erst danach an Wellendichtringe und Gehäuseabdichtung, wenn das Problem bleibt.

Leckstelle Was passiert? So prüfst du es Beste Lösung
Ansaugstutzendichtung Luft tritt zwischen Zylinder und Ansaugstutzen ein. Vorsichtiger Sprühtest rund um den Ansaugstutzen bei laufendem Standgas. Gute Dichtung, saubere Flächen und falls nötig eine dünne Schicht Flüssigdichtung verwenden.
15 mm Bing am Ansaugstutzen Zu festes Anziehen kann den Vergaser beschädigen oder oval ziehen. Prüfen, ob der Vergaser gleichmäßig klemmt und nicht wackelt oder verformt ist. Normal anziehen und nur noch einen kleinen Tick nachsetzen. Nicht zu fest anziehen.
Dichtung oben am Vergaser Die kleine obere Dichtung fehlt, dadurch dichtet der Vergaser nicht richtig ab. Unter dem Vergaserdeckel prüfen, dort wo die zwei kleinen Schrauben sitzen. Die richtige kleine Dichtung montieren. Nicht wegwerfen, nur weil sie unwichtig aussieht.
Fußdichtung Luft tritt unten am Zylinder ein. Auf Ölnebel, schlechtes Standgas oder Reaktion beim vorsichtigen Sprühtest achten. Neue Fußdichtung verwenden, Flächen entfetten und dünn abdichten.
Abdichtung zwischen Zylinder und Kopf Kompression und Gemischkontrolle leiden, wenn der Kopf nicht sauber abdichtet. Dichtflächen prüfen und gleichmäßig anziehen. Passende Abdichtmethode für dein Setup nutzen und dort, wo es passt, gleichmäßig mit etwa 10 Nm anziehen.
Wellendichtring Zündungsseite Luft tritt über einen verschlissenen, beschädigten oder schiefen Dichtring ein. Wenn außen alles dicht ist, Montage und Zustand des Dichtrings prüfen. Dichtring ersetzen und gerade, gleichmäßig montieren.
Wellendichtring Kupplungsseite ATF-Öl kann in Richtung Brennraum gezogen werden. Auf plötzlich schlechtes Laufverhalten, Rauch, verschmutzte Kerze oder ATF-Verlust achten. Dichtring ersetzen und Lager sowie Dichtfläche prüfen.
Gehäusehälften Luft tritt über die Naht zwischen den Gehäusehälften ein. Passiert oft nach einer Revision, wenn Flächen fettig waren oder die Dichtmasse nicht aushärten konnte. Entfetten, Flüssigdichtung sauber auftragen, von innen nach außen anziehen und aushärten lassen.
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So verhinderst du Falschluft beim Zusammenbau

Die beste Reparatur ist Vorbeugung. Wenn du einen Puch-Motor aufbaust oder einen neuen Zylinder montierst, verwende neue Dichtungen und arbeite sauber. Entfette alle Dichtflächen vor der Montage. Fett, Schmutz und alte Dichtungsreste sind Gift für eine gute Abdichtung, besonders wenn du Flüssigdichtung verwendest.

Aus Renn-Erfahrung verwenden wir gerne eine dünne Schicht hochwertiger Flüssigdichtung, zum Beispiel Mahsil, auf beiden Seiten der Dichtung, wenn die Abdichtung kritisch ist. Keine dicken Würste auftragen. Ziel ist ein dünner, gleichmäßiger Film, der beim Abdichten hilft, nicht eine dicke Schicht, die überall herausquillt.

Flüssigdichtung braucht Zeit zum Aushärten. Viele bauen den Motor zusammen und wollen sofort ankicken, aber die Abdichtung wird besser, wenn du sie etwa 24 Stunden in Ruhe lässt. Bei einem kompletten Motoraufbau ist es noch besser, zuerst die Gehäusehälften abzudichten und aushärten zu lassen, danach den Zylinder zu montieren und auch diese Abdichtung aushärten zu lassen. Dann wartest du insgesamt eher 48 Stunden bis zur ersten Fahrt.

Werkstatt-Tipp: Saubere, entfettete Dichtflächen und genügend Aushärtezeit sind genauso wichtig wie die Dichtung selbst.
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Kurbelwellen-Wellendichtringe müssen gerade sitzen

Kurbelwellen-Wellendichtringe sind eine wichtige Quelle für Falschluft. Auf der Zündungsseite kann ein beschädigter oder schief montierter Dichtring Luft in den Motor lassen. Auf der Kupplungsseite kann ein verschlissener oder falsch sitzender Dichtring ATF-Öl in Richtung Brennraum ziehen. Dann läuft das Mofa vielleicht kurz, fängt danach aber an schlecht zu laufen, zu qualmen oder die Kerze zu verschmutzen.

Montiere die Wellendichtringe gerade und gleichmäßig. Eine einfache Methode ist die Kontrolle mit einem 1 mm Blechstreifen oder einer Fühlerlehre. Prüfe oben, unten, links und rechts, ob der Dichtring überall gleich tief sitzt. Wenn das passt, ist die Chance auf einen dichten Motor deutlich größer.

Beim Aufsetzen der oberen Gehäusehälfte solltest du sauber und vorsichtig arbeiten. Nicht fallen lassen und nicht mit Gewalt aufsetzen. Ein bisschen Sand, Schmutz oder Fett auf der Dichtfläche reicht später schon für Ärger.

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Verwechsle ein Auspuffleck nicht mit Falschluft

Die Auspuffdichtung muss natürlich dicht sein, aber ein Leck am Auspuff ist nicht dasselbe wie Falschluft im Ansaugtrakt oder Kurbelgehäuse. Wenn der Auspuffflansch undicht ist, ist das ein Auspuffleck. Das kann laut sein, Ölnebel rausdrücken und Leistung kosten, ist aber normalerweise nicht die Art Falschluft, die deinen Vergaser komplett unbrauchbar zum Abstimmen macht.

Bei der Auspuffdichtung reichen saubere Flächen und normales Anziehen meistens aus. Dort brauchst du Flüssigdichtung nicht auf dieselbe Weise wie am Ansaugstutzen, an den Gehäusehälften oder an den Zylinder-Dichtflächen.

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So testest du Falschluft rund um den Ansaugtrakt

Mit einem kurzen Sprühtest kannst du ein Leck am Ansaugbereich oft schnell bestätigen. Das funktioniert besonders rund um Vergaser, Ansaugstutzen und Fußdichtung, muss aber vorsichtig gemacht werden.

Sprühtest für Falschluft:
  1. Motor starten und so ruhig wie möglich im Standgas laufen lassen.
  2. Eine sehr kleine Menge Bremsenreiniger oder Deospray rund um Ansaugstutzen, Vergaseranschluss und verdächtige Dichtflächen sprühen.
  3. Auf die Drehzahl hören. Steigt sie, fällt sie stark ab oder geht der Motor aus, wird das Spray über ein Leck angesaugt.
  4. Test beenden und das Leck reparieren, bevor du weiter bedüst. Einen undichten Motor bekommst du nicht sauber abgestimmt.
Sicherheitshinweis: Bremsenreiniger, Deospray und ähnliche Sprays können brennbar sein. Verwende nur kleine Mengen, halte Abstand zu heißen Auspuffteilen und Zündfunken, arbeite mit guter Belüftung und denke an Brandschutz.
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FAQ: Puch Falschluft und Motor-Undichtigkeiten

Kann ich Falschluft mit einer größeren Düse beheben?

Nein. Eine größere Düse kann das Symptom manchmal etwas verstecken, aber sie repariert das Leck nicht. Wenn der Motor nach dem Vergaser Luft zieht, muss die Undichtigkeit abgedichtet werden.

Warum braucht mein Puch plötzlich eine viel größere Düse?

Wenn dein Setup plötzlich eine Düse braucht, die weit außerhalb des normalen Bereichs liegt, solltest du zuerst Falschluft prüfen. Der Motor fühlt sich mager an, weil nach dem Vergaser zusätzliche Luft eintritt.

Wo sollte ich zuerst nach Falschluft suchen?

Beginne am Ansaugtrakt: Ansaugstutzendichtung, Vergaserbefestigung und Dichtung oben am Vergaser. Diese Stellen sind leichter zu prüfen als Kurbelwellen-Wellendichtringe oder Gehäusehälften.

Soll ich Flüssigdichtung an jeder Puch-Dichtung verwenden?

Verwende sie dort, wo Abdichtung kritisch ist und zur Anwendung passt: Ansaugung, Fußdichtung, Gehäusehälften und ähnliche Dichtflächen. Nur dünn auf saubere, entfettete Flächen auftragen und aushärten lassen.

Kann ein Kurbelwellen-Wellendichtring Falschluft verursachen?

Ja. Ein schiefer, harter oder beschädigter Wellendichtring kann große Abstimmprobleme verursachen. Auf der Kupplungsseite kann er außerdem ATF-Öl in Richtung Brennraum ziehen.

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